Long COVID
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Long COVID: Der Weg zur Lösung läuft über die Betroffenen

May 25, 2024

Die Forschung beschäftigt sich in letzter Zeit natürlich mit einer großen Frage: Was könnte helfen, die anhaltenden Symptome von Long COVID zu lindern? Eine Idee, die im Umlauf ist, ist der Impfstoff Covid-19: Einige Betroffene berichten, dass sich ihre Symptome nach der Impfung verbessert haben. Andere wiederum berichten, dass sie sich schlechter fühlen - und wieder andere, dass sich nichts geändert hat. Die Forscher bemühen sich also, die Auswirkungen der Impfung auf Long COVID zu entschlüsseln, aber es sieht noch nicht nach einer klaren Antwort aus.

Entscheidend ist jedenfalls bei all diesen Fragen, sich eng mit Betroffenen auseinanderzusetzen. Trotz des wachsenden Bewusstseins für Long COVID werden Patienten mit dieser Krankheit - und anderen chronischen, medizinisch noch ungeklärten Symptomen - immer noch zu oft von vielen Seiten zu wenig beachtet und mit einfachen Erklärungen abgetan oder sogar abgewertet.

Viele Menschen berichten dabei auch, dass sich das Umfeld mit der Zeit abwenden kann. Wenn man länger krank bleibt, kann das Mitgefühl schwinden. Und das gilt nicht nur für Freunde und Familie. Das gilt auch für Ärzte, die mit der Zeit vielleicht keine weiteren Behandlungsideen entwickeln können.

Aber Menschen, die an einer chronischen Erkrankung leiden, können jahrelang in einem Zwischenbereich zwischen krank und gesund leben, manchmal ohne eine endgültige Diagnose. Ärzte oder andere Fachleuten des Gesundheitswesens sind darauf eingestellt, Diagnosen nach eindeutig messbaren Werten zu stellen. Wenn als einzig auswertbarer Parameter das subjektive Feedback von Patienten vorhanden ist, tun sie sich schwer zu einer finalen Entscheidung zu kommen, was Skepsis auf beiden Seiten hervorruft.

Noch schwieriger kann die Situation für Patienten sein, die nie einen positiven PCR-Test hatten, der ihre Covid-19-Diagnose bestätigt. Diese Personen müssen teilweise regelrecht darum kämpfen, dass ihre Symptome ernst genommen und auch in Zusammenhang mit Covid-19 evaluiert werden.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es hier vielleicht mehr noch als bei vielen anderen Bereichen der Medizin auf eine gesunde, respektvolle und auf Augenhöhe begegnete Beziehung zwischen Patient und Arzt ankommt. Diese darf und soll dabei auch mit ausreichender Ehrlichkeit geführt werden. Ärzte sollen und müssen hinterfragen, ob ein Symptom psychosomatisch sein kann oder physische Gründe dahinterliegen, ohne dass Patienten sich von diesen Fragen angegriffen fühlen. Gleichzeitig ist es wichtig, Patienten durchgehend ernst zu nehmen und als Partner bei der Erforschung der Hintergründe der Symptome zu begegnen. Am Ende darf auch auf beiden Seiten stehen, dass man noch bei keiner Lösung angekommen ist, sondern die Antwort derzeit ist “Ich weiß es nicht. Aber wir schauen weiter.”

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